Nach drei Jahren Pause wurde endlich mal wieder eine 12 Stunden MTB Europameisterschaft ausgetragen und das auch noch in Deutschland. Somit war bei der Saisonplanung eigentlich schon klar, dass ich da unbedingt zum Saisonabschluß starten möchte.

Da ich aber aus privaten Gründen die letzten zwei Monate so gut wie nicht mehr trainieren konnte und auch schon ein gutes Stück von meiner Form im Juni entfernt war, musste ich am Renntag versuchen noch mehr als sonst taktisch zu fahren und viel Kampfeinsatz zu zeigen. Aufgrund der schon kürzeren Tage war ein Start um 07:00 Uhr schon etwas ungewohnt aber absolut die richtige Entscheidung des Veranstalters.

Da es bei solchen Rennen in den ersten Runden doch sehr hektisch zugeht und man absolut keinen Überblick über seine aktuelle Position hat, versuchte ich mich aus all den Positionskämpfen rauszuhalten und erstmal mein individuelles Renntempo zu fahren. Gerade als sich eine vierköpfige Spitzengruppe gefunden hatte, fuhr ich einen Hinterradplatten und so musste ich dem Feld einige Zeit wieder hinterherfahren. So langsam fand ich meinen Rhythmus und mit konstanen Rundenzeiten konnte ich nach zwei Stunden Fahrzeit die alleinige Führung übernehmen. Nach einem Drittel der Renndauer fehlten mir nur noch vier Fahrer für den kompletten Rundengewinn und nahm Kumpel Flo Probst mit in den Windschatten. Nur zwei Runden später hatte ich alle Einzelfahrer überrundet und folglich lag auch Florian ab diesem Zeitpunkt auf Rang zwei.

Die jetzige Ausgangslage war absolut perfekt für mich, da ich den inzwischen größten Konkurrenten an meinem Hinterrad hatte und der mit dieser Situation absolut zufrieden war. Somit konnten wir zu zweit die restlichen sieben Rennstunden kontrolliert auf dem knapp 8km langen und mit 130hm aufwartenden Rundkurs über den Schatzberg zurücklegen und nach 11:41 Stunden zusammen über die Ziellinie fahren.

Am Ende reichten 271km und 4600hm für den Gewinn des Europameistertitels und nach einer kurzen durchwachsenen Rennsaison 2013 ist nach dem Vizeweltmeister über 12 Stunden nun auch noch dieser schöne Erfolg dazugekommen. Besonderer Dank noch an meine Radfreunde vom Cafe Grimm aus Hilpoltstein, die mich über die gesamte Renndauer bestens betreuten und motivierten. :-)