Die Vorzeichen standen eigentlich ungünstig, noch schwere Beine vom Rennen in Italien, kein rennfertiges Bike und dann auch noch der Umstieg von 26" auf 29" und das bei einem 12 Stunden Rennen bei dem es in den Wurzelpassagen dann doch hart zur Sache geht.

Aber die Enttäuschung von der materialbedingten Aufgabe in Italien saß tief und der Wetterbericht ließen meinen Entschluß dann doch reifen, bei der 12 Stunden Weltmeisterschaft in Weilheim an den Start zu gehen. Also noch kurz mit Kumpel Rupert Palmberger die gemeinsame Betreuung an der Strecke abgesprochen und schon konnte es losgehen.

Es bewahrheitete sich wieder mal die alte Regel, dass man nicht mit Material an den Start gehen sollte, dass man nicht ausreichend im Training getestet hatte, aber mir blieb keine andere Wahl. Nach zwei schnellen Anfangsrunden auf Platz zwei ging's auch schon los.....die Sattelstütze rutschte trotz fester Klemmung ständig nach unten und mein hinterer Reifen verlor stetig Luft. Beim Ersatzlaufrad das gleiche Spiel, also alle zwei Runden anhalten und nachpumpen....und das über 12 Stunden !!! Die Sattelstütze bekamen wir dann mit Fettlöser in den Griff aber das Hinterrad zwang mich zu mind. 20 Stopps und so entwickelte sich das Rennen schon wieder zu einer Nervensache, da auch die Beine noch nicht so mitspielten wie erwünscht.

Die ständigen Stopps und das unrhythmische Fahren bewirkte, dass ich nach 3 Stunden bis auf Platz fünf zurückfiel und auch das erste Mal in meinem Leben überrundet wurde. Rupert hatte ein enormes Tempo hingelegt und musste auch etwas Gas rausnehmen. Also beschlossen wir die restliche Fahrzeit bis 20 Uhr gemeinsam zurückzulegen, da es auch mir inzwischen von den Beinen her besser ging. So war es nur eine Frage der Zeit bis wir die vor mir liegenden Fahrer überholten und Rupi schon mal seinen Rundenvorsprung auf die gesamte Konkurrenz hatte. Nun galt es auch für mich alle Einzelfahrer zu überrunden, um dann die letzten Stunden etwas "gemütlicher" die Runden um das Weilheimer Göggerl drehen zu können. Nur die Stopps zum Nachpumpen des Hinterrads verzögerten die Taktik etwas, aber nach knapp neun Stunden Fahrzeit hatte auch ich den drittplatzierten Armin Hackl überrundet und der war auch nicht abgeneigt, das Rennen mit uns gemeinsam zu Ende zu fahren.

So fuhren wir nach knapp 12 Stunden und über 260km gemeinsam über die Ziellinie und dies hieß am Ende dann Platz zwei in der Gesamtwertung sowie den Weltmeistertitel in der Kategorie Master. Verdienter Sieger wurde Rupert Palmberger, der zurecht als einer der besten Marathonfahrer der Welt ganz oben auf dem Stockerl stand. Auch ohne die Materialprobleme und ausreichender Erholung vor dem Rennen wäre es verdammt schwer geworden ihn zu schlagen.